Diagnostik ...Therapieoptionen ... AD(H)S 5

Diagnostik, Therapieoptionen ... AD(H)S 5

WIE VERLÄUFT DIE DIAGNOSTIK ?

 

Die Diagnostik erfolgt nach dem Multiaxialen Klassifikationsschema für psychische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter (für Erwachsene entsprechend adaptiert) auf allen 6 Achsen und wird in meiner Praxis von mir persönlich durchgeführt:

  • Achse I:     Klinisch psychiatrisches Syndrom
  • Achse II:    Umschriebene Entwicklungsstörungen
  • Achse III:   Intelligenz-Testung
  • Achse IV:   Körperliche Symptome
  • Achse V:    Psychosoziale Umstände
  • Achse VI:   Psychosoziale Anpassung

In einem ersten Gespräch zum Kennenlernen und Besprechen des Ablaufes werden Sie erfahren, wie genau die Diagnostik – die sich auf 3-4 Termine verteilt – aussieht.  

 

Da AD(H)S eine klinische Diagnose ist - kein "Test" oder Laborwert kann ein AD(H)S "beweisen" - kommt der ausführlichen Anamnese eine besondere Bedeutung zu: dazu gehören die ausführliche Entwicklungsanamnese des Betroffenen sowie auch die Fremd-, Familien- und Sozialanamnese - wobei auf Grund der erblichen Komponente insbesondere die weiterreichende Familienanamnese zu beachten ist (Eltern, Geschwister, Großeltern, Onkel, Tanten, etc...).

Im Verlauf der weiteren Diagnostik ist die nebenbei laufende Verhaltensbeobachtung des Patienten während der Durchführung der verschiedenen "Tests" ein Schwerpunkt.

 

Im Rahmen der Achse IV der Diagnostik erfolgt zusätzlich zur körperlichen Untersuchung (einschließlich Bestimmung von Blutdruck, Größe und Gewicht) eine Blutabnahme, eine EKG-Kontrolle und eine Schilddrüsen-Sonographie. Eine EEG-Untersuchung ist nur bei Epilepsieleiden innerhalb der Familie erforderlich.

 

Ein ausführliches Abschlussgespräch, bei Kindern sowohl mit den Eltern als auch mit den Betroffenen selbst, steht am Ende der Diagnostik.

Dabei ist bei Bestätigung der Verdachtsdiagnose eine genaue Aufklärung über die Störung (auch auf neurobiologischer Ebene!) sowohl für die Eltern als auch altersentsprechend für die Betroffenen unverzichtbar, um dadurch die Grundlage für die Akzeptanz der Störung und eine Zusammenarbeit aller zu ermöglichen. 

Eine ausführliche Beratung über das notwendige therapeutische Gesamtkonzept schließt sich selbstverständlich daran.

 

Im Rahmen des Gesamtkonzeptes erfolgt die Behandlung individuell für jeden einzelnen Fall. Eine zeitnahe und enge Zusammenarbeit aller Beteiligten ist unabdingbar und erfordert - wenn möglich auch bei Erwachsenen - die Einbindung der sozialen Bezugspersonen.

 

Sollten wir doch einmal zur Vervollständigung der Diagnostik oder später in der Behandlung zusätzliche ärztliche oder therapeutische KollegenInnen benötigen, organisiere ich gerne nach Absprache die Termine für Sie.

Individuell zugeschnitten auf jeden einzelnen Patienten gehört bei mir Folgendes unabdingbar zum so genannten "multimodalen Therapiekonzept" (Kombination verschiedener Therapien):

  • Vermitteln eines genauen Verstehens und Akzeptierens des Störungsbildes, auch - und besonders - auf neurobiologischer Ebene. Wir nennen das ,Störungsbild-Teaching' / Psychoedukation,
  • Bei AD(H)S mit Krankheitswert (nur die Patienten suchen in der Regel ärztliche Hilfe) eine medikamentöse Therapie in Form von Stimulanzien sowie ein Verstehen der Wirkungsweise dieser Medikamente (d.h. was können sie, was bewirken sie und was können sie nicht),
  • Miteinbeziehung und Aufklärung der wichtigen Bezugspersonen (bei Kindern und Jugendlichen unverzichtbar)
  • AD(H)S-(Eltern-)Schulung (bei mir angelehnt an das "ETKJ - Elterntraining für Eltern von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter besonderer Berücksichtigung von selbstbetroffenen Eltern" nach Cordula Neuhaus).
  • Coaching

 

Fakultativ sind folgende Therapieoptionen - je nach Fall und Verfügbarkeit vor Ort - ggf. noch notwendig:

  • soziales Kompetenztraining und Psychotherapie (sofern im Umkreis vorhanden und auf AD(H)S und die damit verbundenen Co-Morbiditäten 'spezialisiert'),
  • sowie bei mir auch das Angebot des Miteinbeziehens eines neuen 'neuropsycho- therapeutischen' Ansatzes - "SynestheticProcessing" nach Johannes Drischel, aufbauend auf dem Konzept emoflex® (nach Johannes Drischel). Letzteres ist insbesondere  für die Selbstanwendung im Bereich AD(H)S- und Autismus- Spektrum entwickelt worden. (mehr dazu unter www.emoflex.com ).
  • Behandlung bei Vorliegen von Co-Morbiditäten und Teil-Leistungs-Schwächen z.B. im Lesen, in der Rechtschreibung, beim Rechnen...

 

Im Rahmen dieses Therapiekonzeptes kann es gelingen, die Betroffenen nicht daran zerbrechen zu lassen, was sie alles nicht können, sondern ihnen auch zu verdeutlichen, welche Ressourcen sie haben, wie:

  • Kreativität,
  • sehr gute Konzentration und Ausdauer bei subjektiv Interessantem,
  • interessierte Offenheit,
  • Hypersensibilität,
  • extremer Gerechtigkeitssinn,
  • nicht nachtragend sein bei ehrlicher Entschuldigung,
  • ‚Steh-auf-Männchen' 
  • und vieles mehr

Wir haben dann eine Chance, den Betroffenen in unserer Bevölkerung, die eine "andere Netzwerknutzung" im Gehirn haben, die am "Syndrom der Extreme" leiden, die ihren "Emotionen ausgeliefert sind" zu helfen, ihre Nische in unserer Gesellschaft zu finden und diese gut ausfüllen zu können (oft sogar extrem gut).

 

 

Informationen finden Sie auch auf folgenden Seiten:

www.Menschen-mit-ADHS.de, Therapiezentrum für Menschen mit ADHS, Esslingen, Dipl.-Psych. Dipl.-Heilpäd. Cordula Neuhaus 

www.emoflex.com von Johannes Drischel

www.adhsspektrum.wordpress.com von Dr. Martin Winkler sowie www.web4health.info 

www.adhs-hilfe.de von Dr. Georg Wolff

www.adhs-deutschland.de von ADHS-Deutschland e.V

dorotheaboehm.de von Dr. Dorothea Böhm