Stress ... Ursachen

Stress ... wie entsteht er?

Was ist Stress?

 

Stress ist eine Reaktion des Körpers, die uns Menschen ermöglicht, mit körperlichen und psychischen Belastungen umzugehen. Wird eine Situation oder eine Person vom Gehirn als stressig bewertet, dann werden vermehrt Adrenalin und Cortisol (so genannte Stresshormone) ausgeschüttet.

 

Physiologisch kommt es dadurch unter anderem zu einem/r

  • Anstieg der Herzfrequenz
  • Anstieg des Blutdrucks
  • vermehrter Muskelanspannung
  • beschleunigten Atmung

In der Regel kommt es nach Abklingen der als stressig bewerteten Situation oder Person zum Runterregulieren der Hormonausschüttung, so dass wieder der ‚Normalzustand’ erreicht wird.

 

Heutzutage leben wir jedoch in einer extrem schnellen und reizüberfluteten Umgebung.

 

Permanente Verfügbarkeit von Medien (PC, Smartphone, ….), immenser Druck bzgl. Qualität und Quantität von Leistungen sowohl im Beruf als auch in der Schule und im Freizeitbereich.

In vielen Fällen schon suchtähnliches Verhalten in Bezug auf 24 Stunden am Tag erreichbar / "online" zu sein. Ganz besonders bei Jugendlichen, oft auch durch den Druck der Peergruppe – denn man ist „out“, ist raus, wenn man nicht auf „WhatsApp“ etc. mit dabei ist.

Ganz häufig wird diese Erreichbarkeit auch schon von Firmen gefordert (also 24 Stunden Standby von den Mitarbeitern erwartet per Mobiltelefon, obwohl z.B. tariflich nur eine 35 oder 38 Stunden-Woche herrscht).

 

Viele Menschen leben dadurch, dass sie sich diesen Forderungen - oft auch unreflektiert mit der Begründung „das ist heute eben so“ – beugen, in einem permanent hohen Stresslevel.

 

Eine Reihe von Menschen, die durch ihre individuelle "Formulierungen" (hohe Sensibilität, AD(H)S, Autismusspektrum-Störung und andere ...) an sich schon eine erhöhte Reizoffenheit und/oder geringere emotionale Resilienz (Widerstandsfähigkeit) besitzen, speichern schon viele alltägliche Erfahrungen, die für andere Menschen ganz unspektakulär sind, unter „Erfahrung im Stresslevel“ ab.

 

Die Folge eines (dauerhaft) hohen Stresslevels ist, dass wir schlecht schlafen können.

 

Der Schlaf – und dabei der REM-Schlaf (Rapid-Eye-Movment = Schlafphase, in der hinter den Lidern ganz spontan schnelle Augenbewegungen nach rechts und links gemacht werden) - ist das entscheidende Werkzeug, um Erlebnisse des Tages zu verarbeiten, zu neutralisieren.

 

 

Das Gehirn ist aber so „gestrickt“, dass die Erfahrungen, die wir unter Stress machen, viel intensiver, wie vergrößert, wahrgenommen und abgebildet werden. 

Gerade in diesen stressigen Phasen würden wir daher eigentlich viel mehr Schlaf benötigen, um das intensiver Erlebte abzuarbeiten.

 

Aber die REM-Schlafphase kommt beim Abarbeiten von Erfahrungen und Emotionen unter Stress an ihre Grenze. Diese Erfahrungen sind zu groß, zu intensiv, zu belastend, um verarbeitet zu werden - (sie haben u.  U. auch den Charakter einer flachen Traumatisierung und sind triggerbar - Erklärung siehe auch unter AD(H)S 3, "was ist sonst noch anders...?"). Die Folge ist, dass die REM-Phase unterbrochen wird und die Betroffenen nachts aufwachen.

 

Der Abbruch der REM-Phase führt dazu, dass die unter Stress wahrgenommene intensiven Erfahrungen nicht verarbeitet werden. Unverarbeitetes tragen wir aber auch tagsüber mit uns herum, d.h. diese stressigen Erfahrungen und Emotionen laufen quasi im Hintergrund permanent mit und „rauben“ uns dabei einen Teil unserer Kraft, unserer Kapazität im Wachzustand. Zudem kommen ja jeden Tag auch noch neue Erlebnisse, z.T. auch unter Stressbedingungen dazu.

 

Das bisher Beschriebene führt dazu, dass sich im Verlauf eine immer größere Erschöpfung bemerkbar macht, weil das gesamte System dauerüberlastet wird.

 

Zum einen werden Erfahrungen im Stresslevel in der Nacht nicht verarbeitet und zum anderen wird der zur Erholung notwendige Schlaf in der Nacht durch den abgebrochenen REM-Schlaf unterbrochen.

Ein Teufelskreis, der bisher nur schwer zu durchbrechen war und der längerfristig anhaltend zur Ausbildung von psychischen, organischen und besonders auch psychosomatischen Erkrankungen führen kann.