Psychosomatik ... Symptome

Psychosomatische Störungen

 … Symptome und Ursachen ...

 

Der Bereich der Psychosomatik beschäftigt sich mit Störungen bzw. Krankheitsbildern die auf Grundlage einer fehl regulierten Wechselwirkung oder eines fehl geschalteten Ausdrucks von Körper (Soma) und Seele (Psyche) beruhen.

 

Dabei kennen wir solche ganz normalen Wechselwirkungen - in beide Richtungen - auch aus dem Alltag, ohne dass sie einen Krankheitswert haben müssen.

 

Zum Beispiel das Bauchgrummeln oder Herzklopfen vor einer Prüfung, also eine körperliche Reaktion bei einer psychisch belastenden Situation.

Oder die immer schlechter werdende Laune, die Gereiztheit und vielleicht auch depressive Verstimmung bei einem komplizierten Beinbruch, mit langer Phase der Inaktivität – in dem Fall also eine psychische Reaktion bei einer körperlichen Erkrankung.

 

Problematisch wird es dann, wenn länger anhaltende psychische Belastungen oder Blockaden - z.T. mit Beginn oder Ursprung in der Kindheit - oder auch schwerere psychische Erkrankungen zu anhaltenden körperlichen Symptomen (oft ohne organisches Korrelat) oder aber z.T. dann auch zu körperlichen Erkrankungen führen. Oder eben umgekehrt, wenn schwerwiegende körperliche Erkrankungen psychische Störungen nach sich ziehen.

 

Beispiele:

Wenn Reaktionen auf körperlicher Ebene (z.B. Bluthochdruck, Verschlimmerung eines Asthmas, Schmerzen…) bei subjektiv empfundener anhaltender psychischer Belastung (Stress / Mobbing am Arbeitsplatz, anhaltender Beziehungskonflikt, Behinderung in der Familie…) auftreten,

oder

wenn Reaktionen auf psychischer Ebene (Entwicklung einer Depression oder Angststörung, nicht organische Schlafstörungen…) bei schwerer körperlicher Erkrankung (Herzkrankheit, schwere rheumatische Erkrankung, Tumorerkrankung…) auftauchen.  

 

 

 

Dabei wird die Symptomatik in verschiedene Kategorien unterteilt, die sich jedoch auch überlappen können:

 

Somatoforme Störungen 

  • körperliche Symptome ohne ein organisches Korrelat als Ausdruck eines psychischen Stresszustandes oder Konfliktes im weitesten Sinn, ohne dass der Betroffene die psychischen Aspekte der Erkrankung wahrnehmen kann, dafür offen ist oder sie annehmen kann 
  • wie funktionelle Störungen von  Magen-Darm, Herz-Kreislauf, Schlaf, beim Schlucken, Schmerzsyndrome ... und Vieles mehr.

 

 

Konversionsstörungen -

  • körperliche Symptome / Ausfallerscheinungen ohne ein organisches Korrelat als Ausdruck eines subjektiv als traumatisch bewerteten Ereignisses, eines verdrängten aktuellen oder erneut aufbrechenden - als unlösbar erlebten - Konfliktes; in der Regel zeitnah im Zusammenhang mit dem Erlebnis oder dem (erneut auf- brechenden) Konflikt -  
  • z.B. so genannte psychogene Blindheit oder Taubheit, Halbseitenlähmung, Stimmverlust, Sprachverlust, Missempfindungen der Haut, Luftnotanfälle, Amnesie (= sich nicht erinnern können) …

 

 

Anpassungsstörungen

  • im Rahmen eines Anpassungsprozesses kommt es, nach subjektiv als ein- schneidend empfundenen Ereignissen oder Veränderungen in der Lebenssituation, zu länger anhaltenden Beeinträchtigungen in den Bereichen Emotionalität und Funktionalität -  
  • wie Stimmungsschwankungen bis hin zur Entwicklung von depressiven - aber auch agrressiven Phasen, Schlafstörungen, eingeschränkte Leistungsfähigkeit, reduzierte soziale Kontakte ... auch mit z.T. somatischen Symptomen.

 

 

Reaktionen auf schwere Belastungen (akut oder verzögert) -

  • akut als Reaktion auf Ereignisse / Erlebnisse, welche nicht nur individuell sondern auch objektiv, für Außenstehende als schwerwiegend bzw. traumatisch bewertet werden - mit Symptomen wie Herzrasen, Unwohlsein, Konzentrationsstörungen, Verwirrtheit, Planlosigkeit, Unruhezuständen oder Fluchtgedanken; klingt in der Regel nach wenigen Stunden bis Tagen ab;
  • verzögert (posttraumatische Belastungsstörung) als Reaktion auf Ereignisse / Erlebnisse, welche  nicht nur individuell sondern auch objektiv, für Außenstehende als schwerwiegend bzw. traumatisch bewertet werden, wobei die Ereignisse oder Erlebnisse von unterschiedlicher Dauer sein können - durchaus auch über Jahre aufgetreten sein können - mit Symptomen wie Flashbacks, Erinnerungslücken bzgl. des Erlebten, Vermeidungsverhalten, Schlafstörungen, Interessensverlust, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Unruhe, erhöhte Wachsamkeit, Schreckhaftigkeit; und bei Triggern des Erlebten mit den entsprechenden somatischen Symptomen  wie Schweißausbrüche, Atemnot, Herzrasen, Gefühl sich nicht bewegen zu können / gelähmt zu sein ... und Vieles mehr.